Anton Karas (1906 – 1985)

Anton Karas wird in Wien Brigittenau in die sehr ärmlichen Verhältnisse einer Handwerkerfamilie geboren. Er erlernt den Beruf des Schlossers, bevor er als 17jähriger beginnt, in Gastwirtschaften und bei Heurigen die Gäste mit Zithermusik zu unterhalten. Als 42jähriger, bis dahin namenlos arbeitender Heurigenmusiker, wird Karas eingeladen, die Filmmusik zur englisch-österreichischen Co-Produktion des späteren Kultfilms „Der dritte Mann“ zu komponieren. Es gelingt ihm mit dieser Arbeit eine Weltsensation, die über Nacht sein eigenes Leben vollkommen verändert, dem „kleinen“ Instrument zu Weltruf verhilft und der Musikstadt Wien ein weiteres unsterbliches Denkmal setzt.

 

Franz Kropf (1826 – 1879)

Franz Kropf tritt als Zitherspieler in der Gastwirtschaft seiner Eltern in der Wiener Innenstadt auf. Durch sein „gefühl - und seelenvolles“ Spiel wird er rasch beim eleganten Publikum Wiens bekannt und erhält Einladungen, für den hohen Adel zu musizieren. Er soll auch Zitherlehrer der Kaiserin Elisabeth gewesen sein, die bereits am Hofe ihres Vaters Herzog Maximilian in Bayern mit der Zither in Berührung gekommen ist. Viele seiner romantisch klingenden Kompositionen sind nicht nur erhalten, sondern werden bis heute gerne gehört.

 

 

Hans Lanner (1873-1964)

Der als Holzmeister der Familie Waißnix in Reichenau an der Rax arbeitende und kompositorisch wie instrumententechnische Autodidakt Hans Lanner gilt als der höchst dekorierte Zitherspieler der österreichisch-ungarischen Monarchie. Er konzertiert 1901 im berühmten Hotel Thalhof erstmals für den damals 14jährigen Erzherzog Carl Franz Joseph und spielt bis zum Beginn des ersten Weltkrieges mit großer Regelmäßigkeit für den Erzherzog und seine hochrangigen Gäste. 1916 wird er auf einer Konzertreise nach Kolomea vom Kaiserpaar (Kaiser Karl und Kaiserin Zita) zum k.u.k. Kammerzitherspieler ernannt. Viele seiner Kompositionen sind dem hohen Paar und Mitgliedern der Familie des Kaiserhauses „ehrfurchtsvoll“gewidmet.

 

Jakob Schablass (1843-1909)

Jakob Schablass muss auf Anweisung seines Vaters den Beruf als Mechaniker für mathematische und astronomische Instrumente erlernen, bevor er seiner eigentlichen Neigung, Zither zu erlernen, nachgehen kann. Schablass wird Schüler von Carl Umlauf und Franz Kropf, nimmt Harmonielehre-Unterricht und schreibt seiner Zeit gemäß romantisch-gefühlvolle Kompositionen, die oft bei Anton Kiendl verlegt werden.

 

 

Carl Ignaz Umlauf (1824-1902)

Carl Umlauf ist klassisch ausgebildeter Geiger und schreibt bereits kleine, sehr erfolgreiche Kompositionen, als er die Zither für sich entdeckt. Nach einigen Umstellungen in der Besaitung des Instrumentes, befindet Umlauf die heute unter dem Namen „Wiener Besaitung“ bekannte Besaitungsart als die bestmögliche, die Zither für seine eigenen Klangvorstellungen und Kompositionen zu bespannen. Er gibt 1854 seine Zitherschule mit der Grundlage dieser Besaitungsart heraus und gilt damit als Begründer der Wiener Zither in der bis heute gültigen Form. Umlauf gibt als erster Zitherspieler regelmäßige Konzerte im Saal der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, er konzertiert für Mitglieder des Kaiserhauses und den Hochadel in Wien. Seine Kompositionen finden in den „Salon-Alben“, von denen er in 37 Jahrgängen je 18 Hefte herausgibt, große Verbreitung.